KI ist in vielen Unternehmen längst angekommen – doch beim rechtssicheren und kontrollierten Einsatz bestehen weiterhin zahlreiche offene Fragen. Zwei Praxis-Trainings von ALSO Schweiz am 3. und 10. Dezember 2026 in Emmen zeigen, wie Unternehmen KI-Anwendungen strukturiert einführen und wirksam steuern können. Nicole Beranek Zanon beleuchtet am Vormittag die rechtssichere Implementierung von KI; Cornelia Mattig zeigt am Nachmittag, wie aus einer KI-Policy eine funktionierende Governance wird.
KI nutzen – aber mit klaren Spielregeln
Generative KI und andere KI-Anwendungen gehören in vielen Unternehmen inzwischen zum Arbeitsalltag. Mitarbeitende setzen KI für Recherchen, Texte oder Analysen ein, Fachabteilungen testen neue Anwendungen und Softwareanbieter integrieren KI-Funktionen direkt in bestehende Produkte. Damit wächst gleichzeitig der Bedarf nach klaren Regeln: Welche KI-Tools dürfen eingesetzt werden? Welche Daten dürfen eingegeben werden? Wer prüft neue Anwendungen? Wer trägt die Verantwortung für deren Einsatz? Und wie lässt sich verhindern, dass KI ausserhalb der etablierten Datenschutz-, Security- und Compliance-Prozesse genutzt wird? Genau hier setzen zwei aufeinander abgestimmte Halbtagstrainings von ALSO Schweiz an. Sie finden am 3. Dezember und 10. Dezember 2026 in Emmen (Luzern) statt und verbinden rechtliche Fragestellungen mit konkreter organisatorischer Umsetzung. Die Trainings richten sich insbesondere an Geschäftsleitungen und Kader, Projekt- und Produktverantwortliche, IT- und Security-Verantwortliche sowie Fachpersonen aus Legal, Datenschutz und Compliance. Angesprochen sind auch Reseller und Integratoren, die KI-Lösungen bei ihren Kunden einsetzen oder vertreiben.
Programm
Vormittag: KI rechtssicher implementieren
Von 08.30 bis 12.30 Uhr führt Nicole Beranek Zanon durch das Training «KI rechtssicher im Unternehmen implementieren und umsetzen».
Im Zentrum steht die Frage, wie Unternehmen von einem konkreten KI-Anwendungsfall zu einem kontrollierten und rechtlich abgesicherten Einsatz gelangen. In der Praxis beginnt die Nutzung neuer KI-Lösungen häufig pragmatisch: Ein Tool wird getestet, erste Mitarbeitende nutzen es und rasch entstehen weitere Anwendungsmöglichkeiten. Erst danach stellen sich Fragen dazu, welche Daten verarbeitet werden, welche Vertragsbedingungen gelten oder ob das Tool überhaupt für den vorgesehenen Zweck eingesetzt werden darf. Das Training setzt deshalb beim konkreten Use Case an. Die Teilnehmenden erfahren, wie KI-Anwendungen strukturiert geprüft, Verantwortlichkeiten festgelegt und Risiken frühzeitig erkannt werden können. Behandelt werden unter anderem Fragen rund um Datenschutz, automatisierte Entscheidungen, Verträge, Haftung und Urheberrecht. Auch die Auswahl und Prüfung von KI-Anbietern spielt eine zentrale Rolle. Denn gerade bei externen Tools lohnt sich ein genauer Blick: Wo werden Daten verarbeitet? Werden Eingaben für das Training von Modellen verwendet? Welche weiteren Anbieter oder Subunternehmer sind beteiligt? Welche Rechte räumt sich der Anbieter an Inhalten ein? Und was geschieht mit Daten, wenn die Zusammenarbeit endet? Für Unternehmen, die KI-Lösungen nicht nur selbst einsetzen, sondern als Dienstleister, Reseller oder Integratoren gegenüber Kunden anbieten, gewinnen solche Fragen zusätzlich an Bedeutung.
Nachmittag: Von der KI-Policy zur funktionierenden Governance
Am Nachmittag folgt von 13.30 bis 17.30 Uhr das Training «KI Governance: Von der KI-Policy zur wirksamen Steuerungsarchitektur» mit Cornelia Mattig. Eine KI-Policy ist für viele Unternehmen der erste Schritt. Sie beantwortet jedoch noch nicht automatisch die zentrale Frage: Wie werden die darin enthaltenen Vorgaben im Arbeitsalltag tatsächlich umgesetzt? Eine funktionierende KI-Governance beginnt deshalb mit Transparenz. Unternehmen müssen zunächst wissen, welche KI-Systeme eingesetzt werden und für welche Zwecke. Ein KI-Inventar kann dabei helfen, Anwendungen systematisch zu erfassen. Darauf aufbauend können unterschiedliche Use Cases nach ihren Risiken beurteilt, Freigabeprozesse definiert und Zuständigkeiten verteilt werden. Business, IT, Security, Datenschutz, Legal und Compliance müssen dabei sinnvoll zusammenspielen. Das Training betrachtet KI-Governance deshalb nicht als einmalige Aufgabe bei der Einführung eines Tools, sondern als fortlaufenden Prozess. Änderungen an einem System, neue Einsatzbereiche, Updates, Sicherheitsvorfälle oder ein Wechsel des Anbieters können eine erneute Bewertung notwendig machen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit externen KI-Anbietern. Dazu gehören insbesondere die Prüfung von Herstellerinformationen, vertraglichen Zusicherungen sowie klare Verantwortlichkeiten innerhalb der Lieferkette.
Warum rechtliche Leitplanken weiterhin wichtig sind
Auch wenn die Schweiz derzeit kein allgemeines KI-Gesetz nach dem Vorbild des europäischen AI Act kennt, bewegen sich Unternehmen beim Einsatz von KI keineswegs in einem rechtsfreien Raum. Sobald Personendaten verarbeitet werden, ist insbesondere das Schweizer Datenschutzgesetz zu beachten. Der EDÖB weist ausdrücklich darauf hin, dass das technologieneutral ausgestaltete Datenschutzrecht auch für KI-Anwendungen gilt. Je nach Einsatz können daneben unter anderem vertrags-, haftungs- und urheberrechtliche Fragen relevant werden. Für Schweizer Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in der EU kann zudem der EU AI Act eine Rolle spielen. Parallel arbeitet der Bund an einem Schweizer Regulierungsansatz für KI. Für die Praxis bedeutet dies vor allem: Unternehmen sollten nicht auf eine zukünftige umfassende KI-Regulierung warten, sondern bereits heute klare interne Prozesse für Auswahl, Freigabe und Nutzung von KI schaffen.
Zwei Trainings – einzeln oder als Gesamtkonzept
Die beiden Halbtagstrainings können inhaltlich aufeinander aufbauen: Am Vormittag steht der konkrete KI-Anwendungsfall im Mittelpunkt. Wie kann eine Lösung geprüft und rechtssicher eingeführt werden? Am Nachmittag wechselt die Perspektive auf das Gesamtunternehmen: Wie lassen sich verschiedene KI-Anwendungen erfassen, steuern und dauerhaft überwachen? Damit adressieren die Trainings zwei Fragen, die Unternehmen zunehmend gleichzeitig beschäftigen: Wie führen wir konkrete KI-Lösungen sicher ein – und wie behalten wir langfristig den Überblick über unsere KI-Nutzung?
Termine: 3. Dezember 2026 / 10. Dezember 2026
Ort: ALSO Schweiz, Emmen (Luzern) Meierhofstrasse 5 6032 Emmen Google Maps
Preis pro Halbtag: 290.- (exkl. MWST)
Anmeldung Vormittag – KI rechtssicher im Unternehmen implementieren und umsetzen
Anmeldung Nachmittag: – KI Governance: Von der KI-Policy zur wirksamen Steuerungsarchitektur
Quellen
Veranstaltung
- ALSO Schweiz – KI rechtssicher im Unternehmen implementieren und umsetzen
- ALSO Schweiz – KI Governance: Von der KI-Policy zur wirksamen Steuerungsarchitektur
- LinkedIn-Beitrag zum Event
Rechtliche Einordnung
- EDÖB – KI und Datenschutz
- Bundesamt für Justiz – Künstliche Intelligenz
- Bundeskanzlei – Einsatz von KI in der Bundesverwaltung
- EUR-Lex – Verordnung (EU) 2024/1689 (AI Act)